Spielbericht: Command & Conquer 3 - Tiberium Wars

Am 28. März war es also soweit- Der T-Day war gekommen. Eben an diesem Tag hatte der nunmehr 3. Teil der Command & Conquer Reihen sein Europa Release.
Aber halt mal!? Teil 3? Ja Richtig- Command & Conquer 3: Tiberium Wars, so der Releasetitel, setzt die klassische Tiberium Line fort mit der Westwood 1995 einen Meilenstein im Echtzeitbusiness setzte. Genauso wie im Tiberiumkonflikt anno 1995 und im 2. Teil Tiberium Sun dreht sich alles um das grüne Kristall, dass zugleich Heil und Segen in der vom Krieg und Tiberiumbefall gezeichneten Welt ist. Wieder streitet die selbsternannte Weltpolizei der GDI gegen die finsteren Schergen von Nod, dessen geheimnisvoller Anführer Kane es mal wieder geschafft hat, von den Toten zurück zu kommen.
Dieses ständige Messiasgetue geht den guten Kane aber inzwischen so auf den Sack, dass der beschließt ein für alle mal mit der GDI aufzuräumen. Prompt wird also per Knopfdruck der 3. Tiberium Krieg eingeläutet und da Kane ein Image als fieser Bösewicht zu verlieren hat, treibt er´s dabei gleich richtig dick und bombt die Raumstation Philadelphia samt allen führenden Funktionäre der GDI weg.
Um diese Ereignisse herum kommt der Spieler das erste Mal zum Einsatz. Er darf zwischen der GDI- und der Nod-Kampagne wählen. Zeitlich laufen beide Kampagnen annähernd parallel ab- sie schildern das Kriegsgeschehen aber aus der Perspektive der jeweiligen Partei.
Wenn dem Spieler das erste mal die Steuerung über das Kampfgeschehen übergeben wird, stellt sich gleich ein Gefühl der Vertrautheit ein. Alles ist so wie es sein soll. Von oben schaut man auf seinen Bauhof, scrollt mit der Maus über die detaillierten Karten und an der rechten Seite ist das Baumenü platziert. Das hat nun eine deutliche Frischzellentherapie hinter sich gebracht und es Bedarf etwas Zeit um sich an die neue Bedienung zu gewöhnen. Hat man das aber mal hinter sich, gehen sämtliche Bauaufträge sehr flott von der Hand und man fragt sich, warum man eigentlich in anderen Echtzeitstrategiespielen immer so umständlich Einheiten und Gebäude produzieren muss.
So baue ich also Schritt für Schritt meine Basis auf, bilde meinen Einheiten aus und dabei erfülle nacheinander Auftrag um Auftrag. In jeder Mission gibt es mehr oder weniger lukrative Nebenaufgabe. So ist es in einer Mission Aufgabe, 2 Hafenladekräne und die vor Anker liegen Nod - Schlachtschiffe zu zerstören. Die vorgelagerte Nod - Basis ist aber schwer befestigt. Als Nebenaufgabe ist es jedoch möglich eine verlassene EMP - Station einzunehmen. Ist dies erledigt, wird ein EMP Schlag verfügbar der feindliche Einheiten und Verteidigungsanlagen vorübergehend außer Gefecht setzt.
Der Aufbau der Missionen ist abwechslungsreich. Mal müssen Konvois beschützt werden, das andere mal muss eine Basis bis zum Eintreffen von Verstärkungen gehalten werden. Auch typische Aufträge wie „Baue eine Basis und zermalme deinen Gegner mit einer Übermacht an Einheiten“ gibt es ausreichend. Dazu sei aber gesagt, dass selbst solche stupiden Aufträge geschickt mit der Story verknüpft- und keineswegs langweilig sind. Ein schönes Feature dabei sind die sich schrittweise erweiternden Karten.
In einer Mission beginnt man z.B. mit seiner IMBA Einzelkämpferin Marke Tanja in einem kleinen Ausschnitt der Karte. Durch geschicktes Micro mit der Einheit gelangt man über einen Schleichweg von hinten in die Feindbasis und sprengt die strategisch wichtigen Kraftwerke. Die Luftverteidigung fällt damit aus und die eigenen Verstärkungen können ungehindert einfliegen. Jetzt wird wieder ein neuer Teil der Karte sichtbar in die der Spieler seine Einheiten kommandieren kann. Mit den eingeflogenen Truppen gelingt es nun eine verlassen Basis zu übernehmen und mit den jetzt erhältlichen Kapazitäten dem Gegner auf der nun vollständig freigegeben Map den Hintern zu versohlen.
Die Geschichte um den Tiberiumkrieg ist pro Kampagne in 5 Akte aufgeteilt. In Akt 4 betritt endlich die lang ersehnte 3. Rasse das Schlachtfeld. Die außerirdischen Scrin sind eine organisch wirkende Alienrasse von der üblen Sorte „ Starship Troopers“. Auftauchen tun die Bösen Extraterristrischen das erste mal im Land des Bösen selbst- in Deutschland, besser gesagt in München, tief im finsteren Bayern.
Bei Ihren Truppen setzen die Scrin auf die billige kleine Laufkäfereinheiten und Schwebepanzer. Unterstützt werden diese von den riesigen 3-beinigen Tripods, den wohl stärksten Landeinheiten im ganzen Spiel welche in 3 Richtungen gleichzeitig feuern können. Damit aber nicht genug. Die Scrin verfügen über eine sehr starke Luftwaffe samt Träger- und Fernkampf Schlachtschiff die einer schlecht gesicherten Base schnell das leben schwer machen.
Zum selber Spielen verfügbar werden die Scrin nach Abschluss der Nod- und der GDI- Kampagne - leider aber nur in einer ehr kurzen, 4 Mission umfassenden, Kampagne.
Das Gameplay übers Spiel überzeugt. Motiviert wird man durch die vielen Videosequenzen zwischen den Missionen und den ständigen Freischalten von immer neuer Technologien und Einheiten über den Strang der Handlung. Spätestens bei den ersten gebauten Mammuts und dem Einsatz des Ionenwerfers wird einem richtig warm ums Herz.
Leider sind die bekannten (liebenswerten?) Schwächen aus den Vorgängern erhalten geblieben. Insbesondere die dämliche KI, die es nicht schafft einigermaßen vernünftig mit angebrachten Taktiken zu jonglieren. Ein weiterer Punkt ist die Wegfindungsroutine und die sprichwörtliche Dummheit der Sammler die grundsätzlich zum entferntesten Tiberiumfeld fahren, auch wenn da mal eben die Feindbase durchquert wird.
Schließlich hätte dem Spiel eine weitere Zoomstufe gut zu Gesicht gestanden um etwa mehr Übersicht über das Getümmel zu bekommen.
Bei Thema Performance und bei der Programmierung punktet das neue C&C aber dann wieder auf ganzer Linie. Zwar ist zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Berichts schon der 4 Notfallpatch draußen, dieser behebt aber wie die anderen davor auch, nur kleinere Bugs- etwa bei der Lippensynchronität in den Vid´s. Einen großen Balancepatch für den Multiplayermodus stellt EA in Aussicht, wenn etwas mehr Erfahrung über die Community gewonnen wurde.
Die Grafik des Spieles schaut sich schön an. DirectX 9 und die damit verbundenen Shader - Effekte werden voll unterstützt und entsprechen häufig eingesetzt. Auf meinen Ahtlon 64 3200+ mit 1 Gig RAM und ner Radeon 9800 Pro läuft das Spiel auf 1024×768 ohne Anti Aliasing aber mit den sonstigen Reglern auf Mittel bis hoch recht anständig. Bei großen Shader Einsatzt, etwa bei der Atombombenexplosion oder vielen Einheiten auf den Bildschirm bricht die Leistung zwar doch etwa ein, im Großen und Ganzen bleibt´s aber immer spielbar. Der Sound ist stimmig. Die Einheiten geben ein gut Feedback, der GDI Trooper entsprechend patriotisch angehaucht, der NOD – Schattenkrieger ehr geheimnisvoll und düster. Die Hintergrundmusik ist unauffällig und knüpft meiner Meinung nach nicht ganz an die Kultmucke der Vorgänger an.
Was gibt’s als Fazit zu sagen. Da mich während der Semesterferien das Retrofieber gepackt hat und ich ziemlich alle C&C Teile rausgekramt und gezoggt hab, war Tiberium Wars freilich Pflicht. Nach anfänglicher Skepsis hat sich aber schnell ein Suchtgefühl eingestellt. Tiberium Wars orientiert sich stark an den Ersten Teil der Serie. Das ist Gut so. Das Tiberium Szenario ist stimmungsmäßig eh ungeschlagen.
Viele Negativpunkte hab ich jetzt gar nicht. Ich gebe dem Spiel 4,5 Friggs von 5.
Es sei nur jeden empfohlen der gerne mal Echtzeitstrategiet, Command & Conquer anzutesten.
Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 12. April 2007 um 07:10 Uhr veröffentlicht und wurde unter GameZ & WareZ abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Am 12. April 2007 um 22:34 Uhr
Schöner Beitrag frigg. Auch sehr schön geschrieben - von den vielen Rechtschreibfehlern mal abgesehen *fg*.
Das gute alte C&C hat uns so manchen kurzweiligen LAN-Abend versüßt. Kurz mein Feedback zur Story:
Die Geschichte mit den Außerirdischen aus Bayern scheint mir sehr suspekt - wenn´s da nicht mal eine Erweiterung gibt in der ans Licht kommt, dass das alles nur ein Kriegswerkzeug der guten alten Nazideutschen ist. Heraufbeschworen aus der Hölle um - begleitet mit Oktoberfestgesang - die Herrschaft der Mutter Erde zu übernehmen… Naja, man darf gespannt sein - ich werd´s vielleicht auch mal antesten wenn ich wieder etwas mehr Zeit hab.
Am 13. April 2007 um 20:24 Uhr
tldr :p
Am 14. April 2007 um 07:54 Uhr
jeha fetter bericht…
very nice
tldr